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Perspektive macht den Unterschied

FRANK VOSS – KUNST IM ÖFFENTLICHEN RAUM

Im September kommen Solinger Künstlerinnen und Künstler, die von der Corona-Krise besonders betroffen sind, groß raus: Das Stadtmarketing lässt 38 Großflächen ebenso individuell wie artifiziell plakatieren. Oberbürgermeister Tim Kurzbach stellte die Aktion am 01.09.2020 vor – gemeinsam mit Dirk Balke, der als Gräfrather Künstler und Galerist die Kampagne angeregt hat.

Das Werk “NIEMAND WIRD VERGESSEN” von Frank Voß wird an der Börsen Str. in Solingen gezeigt

Über das Werk:

Nach uralter jüdischer Sitte legt man auf die Gräber der Hinterbliebenen statt Blumen kleine Kieselsteine als Zeichen der Erinnerung und des Gedenkens. Über den Ursprung dieser Sitte gibt es unterschiedliche Erklärungen. Durch meine intensive fotografische Auseinandersetzung mit jüdischen Friedhöfen bekamen die Kiesel für mich nach und nach einen neuen, tieferen Sinn. Bringt ein Hirte abends nach getaner Arbeit seine Schafe zurück ins Gatter, trägt er stets einen Beutel voller Kieselsteine mit sich. Die Zahl der Steine entspricht der Anzahl seiner Tiere. Er nimmt die Steine in die Hand und lässt dann für jedes Schaf, was in die Vergatterung läuft, einen Stein zurück in den Beutel fallen. Bleibt ein Stein übrig, fehlt eines der Tiere. Dann macht sich der Hirte auf die Suche nach dem schutz – bedürftigen Schaf. Wir alle sind gleichermaßen sowohl Hirte als auch Schaf. Folglich symbolisiert der Stein das Versprechen und die Gewissheit, dass niemand verloren geht oder vergessen wird. Der Kiesel ist das Fundament der Erinnerung. Übrig bleibt die Frage nach dem „wir“ und die Gewissheit, dass sich auch dann jemand kümmert, wenn alle Steine verbraucht sind.

Weitere Bilder aus der Werkgruppe:

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